Onderstaande tekst is niet 100% betrouwbaar

Tatsachcn vollkommen in Frage stellt und also sonnenklar zeigt, auf wclches höchst oberflachliche Wahrnehmen und Beobachten die Behauptung dicser Tatsachcn sich gründet, welche die Mimicry-Theorie zu ihrer Rechtfertigung bcnutzt. In dem Übcrfluss von richtig und mit grosser Sachkenntniss bcobachteten latsachen, in der iiberzeugenden Darlegung, dass sie der Mimicry-1 heorie vollkommen widersprechen und durch die Naturselektion keinerwegs erklart werden können, und dass die entgegengesetzte Anschauung immer genötigt ist zu weit hergeholten und den eigenen Auffassungen widersprcchenden Argumenten ihre Zuflucht zu nehmen, darin liegt die Kraft und die Bedeutung von Schildes Werk, dadurch behalt es noch immer seinen besonderen Wert.

F ür mich war die Lektüre dieses Werkes auch aus einem andern Grunde höchst interessant. Schilde ist, gerade wie ich, erst Darwinist gewesen; er war aber, wie auch ich, Autodidakt und fieldnaturalist, also auch nicht so stark im Banne der Schulweisheit auf diesem Gebiete gefangen, und wusste sich, indem er auf der durch eigene Wahrnehmung erzielte Kenntnis sich stützend weiter dachte, ebenso wie ich, von ihr wieder zu befreien. So gelangte auch er zur Stellung nahme gegen die Lehre der Mimicry und in Folge dessen auch gegen die damit eng zusammenhangende Theorie der Naturselektion. Es entwickelte sich also in dieser Beziehung bei uns beiden der Geist in derselben Richtung. Es ist sogar höchst interessant, wie bisweilen nicht nur unser beider Einsicht, speziell was die Mimicry betrifft, im allgemeinen dicselbe ist, sondern wie in dieser Hinsicht die Wahrnehmung der 1 atsachen und die daraus gezogene Schlussfolgerung und die Beweisführung nicht selten so in Einzelheiten übereinstimmen, dass man bei oberflachlicher Betrachtung sogar meinen könnte, der eine habe einfach den andern abgeschrieben. Das überaus schlagende, von mir auf S. 372 von M. S. D. gegen den Darwinismus angeführte Argument, dass der survival of the fittest, worauf die ganze Bedeutung des darwinistischen Kampfes ums Dasein und damit die ganze Selektionstheorie beruht, tatsachlich etwas Unmögliches sei, da ja Individuen, die stets und in jeder Hinsicht die besten

Sluiten