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darunter z. B. auf S. 323 die unzweifelhaft bedeutend wichtigere von Wallage in seinem bekannten Werke über den Darwinismus ausgesprochenc Erkenntnis, dass noch immer vermutlich bei weitem die meisten Pflanzen nicht durch Wechselsondern durch Selbstbestaubung sich fortpflanzen und dass unter letzteren auch mehrere sind, die gelegentlich auch wohl durch Insekten befruchtet werden können; und gerade unter den durch Selbstbestaubung sich fortpflanzenden kommen nun viele vor, die besonders kraftig sind und sich sehr stark verbreiten. Nun ist es mir seitdem wohl bekannt geworden, dass die erste Behauptung nicht von allen Botanikern anerkannt wird; Prof. Dr. S. reinke sagt z. B., dass Selbstbestaubung im allgemeinen von den Pflanzen vermieden werd; aber doch ist die letzte Behauptung unstreitig wahr und hier von grosser Wichtigkeit; noch in einer seiner letzten Schriften erklarte auch Hugo de Vries, dass die kleinblumigen Blütenpflanzen in den meisten Fallen auch dann Samen und Frucht tragen, wenn sie nicht von Insekten besucht werden. Weiterhin, wo ich diesen Punkt noch im besondern bespreche, werde ich wohl noch dies und jenes hinzufügen. „Das ist alles."

Ich werde nun übergehen zu den Angrifïfen des Herrn S. auf meine Theorie der Farbenevolution. In dem Ton gesuchter Geringschatzung meiner Arbeit, der ihn kennzeichnet, kommt er bald dahin, zu erklaren, dass meine Erklarungsversuche betreffend die Mimicry fast alle auf der Lehre der Farbenevolution beruhten, und nun diese Theorie und die der Mimicry sich in allen Punkten gegenseitig ausschlössen; die eine könne neben der andern nicht existieren. Das ist aber wieder unrichtig dargestellt. Ich habe doch eine grosse Anzahl sogenannter Mimicrytatsachen ganz ohne Hilfe der Farbenevolution erklart, und wenn auch letztere meines Erachtens in solchen Fallen von grossem Nutzen und bisweilen sogar unentbehrlich ist, viele Naturforscher lehnen die Mimicry ab, auch ohne dass sie die Farbenevolution kennen oder annehmen; Herr S. macht es genau so, da, wo er von zweifelhafter oder falscher Mimicry spricht, und die Grenzlinie, die nach ihm zwischen dieser und der, welche er für echt erklart, bestehen soll, ist rein willkürlich gezogen.

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