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Laufe vielen Jahrhunderte das sogenannte Schwanzhorn der Sphingidenraupen verschwindet, an der Hand meiner darüber handelnden Abhandlung, welche auch Herr S. anfuhrt, genau zu studieren, so wird man bei diesem Studium fortwahrend bei zahlreichen Tieren in ihrer parallelgehenden evolutionellen Umwandlung dieses Haeckelsche Gesetz durchaus bestatigt finden. Und zwar ist das so deutlich erkennbar, dass man sein Vorhandensein nicht mehr in Zweifel ziehen kann. Denn wohl lasst sich in diesem evolutionellen Prozesse nicht nur im allgemeinen erkennen, dass die individuelle Entwicklungsgeschichte eine kurze, unvollstandige Rekapitulation der phylogenetischen Entwicklung ist, sondern man kann so factisch sehen, wie sich in jener Einzelform in genauer zeitlicher Aufeinanderfolge die Stammesentwicklung ziemlich genau wiederholt. Aber dazu muss man nicht zu öberflachlich oder zu bequem sein, um die Sache ernst zu studieren. Wenn man einmal diesen Verlauf kennen gelernt hat, so wird man ihn in allerhand andern Entwicklungspro'zessen wiederfinden, sogar in dem psychischen desMenschen und in dem Lauf seiner sozialen Entwicklung. Keineswegs jedoch immer gleich deutlich, weil die Zwischenformen dann nicht immer gefunden werden können, da ja hier die Rede von Relikten ist, die oft ganz oder teilweise verschwunden sind, und besonders wegen der übergrössen Ungleichheit im schnelleren oder langsameren Verlauf jeder tierischen Evolution bei den verschiedenen Individuen. Dieselbe höchst bedeutende Tatsache lernen wir doch auch aus dem Studium ▼on Evolutionsprozessen wie dem obenerwahnten auf überzeugende Weise kennen und auf sie als auf das Prinzip der Mannigfaltigkeit wird denn auch von dem ebengenannten Botaniker Dr. REINKE sehr richtig immer lungewiesen, wahrend die meisten Biologen aus dem schon erwahnten Grunde kaum eine Ahnung von ihr haben.

Das übrige von Herrn S. Angeführte lohnt sich eigentlich der Mühe einer Besprechung nicht. Ein derartiges Grundgesetz ist naturgemass allgemein anwendbar; und wenn nun der Verlauf dieser Farbenveranderung sich bei den Sphingidenraupen phylogenetisch in derselben Weise zeigt wie

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