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Paarzeit psychisch erklaren, so muss man dabei einen sexuellen Zweck annehmen, wie es Darwin in seiner Theorie der sexuellen Zuchtwahl tat. Diese Theorie hat jedoch von allen Thesen Darwins immer am wenigsten Beifall gefunden, sogar von Wallace wurd sie nicht angenommen. Sie hat sich denn auch durch viele Tatsachen als unhaltbar erwiesen. Die Ausschmückung ist, wie ich schon auf S. 336 und 337 in M. S. D. betonte, wohl eine dem sexuellen Leben entspringende Erscheinung, jedoch ohne Ziel oder Nutzen, ebenso wie die angebliche Tendenz von den Farben der Blumen, Insekten heranzulocken, sich als fingiert erwiesen hat. Bei vielen Tieren uud Pflanzen und sogar Seetieren, die in grösster Tiefe leben, stösst man auf prachtvolle Farben, ohne dass sich irgend ein Nutzen daraus ergabe, ebenso übrigens bei Mineralien. Das Studium der Farbenevolution lehrt uns, dass die so reiche Farbenpracht der Lepidopteren nichts mit dem Schönheitsprinzip zu schaffen hat. Auch insoweit strukturale oder Lichtwirkungen dazu mitarbeiten, weist nichts darauf. Prof. Pauly halt dafür, dass jene Ausschmückung von einem asthetischen Prinzip beherrscht werde, das psychisch z. B. bei derartigen Vögeln wirke. Mit seiner Zellenseelentheorie, auf der diese Meinung beruht, kann ich mich, wie ich bei der Besprechung des Vitalismus naher auseinandersetzen werde, jedoch nicht einverstanden erklaren. Nach diesem Gelehrten ist „all das Aufgebot von Putz und Schmuck den wir im Liebesleben sovieler Tieren verwendet sehen, von den bescheidensten bis zu den höchst verwickelten, keine Bedingung der Existenz der so beschaffenen Mannchen, sondern der Ausdruck ihrer Empfindungen bei ihren Liebeswerbungen und das Zeichen der Wirkung ihrer innern Zustande auf ihre Organe". Aber viele jener mannlichen Zierden bestehen auch ausserhalb der Paarzeit, obgleich diese Empfindungen nicht anwesend sind; auch können sie durch künstliche Züchtung fortgepflanzt werden. Das ist z. B. der Fall mit vielen vorstehenden Federn oder Hauben bei Vögeln beider Sexen. Auf gleiche Weise wie die Ausschmückung durch Farbe, treten auch solche der Gestalt in zahlreichen Formen auf, aber scheinen sich dann öfters auch

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