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den geistigen Funktionen des höchstentwickelten Menschen und denen des Wilden einen grossen Unterschied beobachten kann, lasst sich auch nicht leugnen. Will man also dem

Menschen im allgemeinen dennoch speziell jene höhere eigent-

liche Intelligenz zuerkennen, so muss man annehmen, dass bei dem Wilden das Vermogen dazu zwar vorhanden ist, sich jedoch noch nicht weiter als zu ein Anfangsstadium entwickelt habe.

Darnach soll doch dieses Vermogen sich überhaupt evolutionell verandert haben, aber woher hatte es denn nun seinen Ursprung genommen ? Hierauf liesse sich keine andere Antwort geben, als dass es plötzlich, infolge einer besondern Schöpfung oder göttlichen Gabe, bei dem Menschen entstanden ware, eine Lösung, die nun gewiss in das religiöse System WASMANNS vollkommen hineinpasst, jedoch an und fiir sich schon andeutet, dass seiner Meinung jeder wissenschaftliche Wert abzusprechen ist, wie es weiter auch in starkem Masse zeigt, was es für ein Unding ist, wenn man Wissenschaft der Religionslehre anpassen will. Wenn sich der Mensch körperlich aus einen affenartigen Tiere entwickelt hat, wie man es vom wissenschaftlichen Standpunkt aus annehmen muss, so rnöchte ich doch wissen, auf welchem Punkte, vor oder nach dem Pithecanthropus erectus ÜUüois diese geistige Umwandlung denn geschehen ware, wie man diesen Punkt in einer solchen allmahlichen Evolution nachweisen will ? Oder wird man hier eine Sprungevolution zur Hilfe heranziehen, wie es schon öfters versucht worden ist, wenn man sich nicht zu helfen wusste ? Woraus zeigt sich dann, dass sie vorgekommen ist? Aus nichts; so bleiben nur die Schöpfung Adams und die Sprungevolution Evas aus Adams Rippe übrig!

Was im übrigen die erwahnte Grenze betrifft, so haben wir schon gesehen, dass W. die nach ihm speziell dem Menschen zukommende Intelligenz als die Fahigkeit definiert, die Beziehungen der Dinge zueinander zu erkennen und daraus Schlüsse zu ziehen. Diese kennzeichnet sich nach ihm besonders durch den Besitz eines Abstraktionsvcrmögens, d. h. der Fahigkeit, aus mehrern Einzelvorstellungen das Gemeinsame zusammenzufassen und so allgemeine Begrifife zu bilden,

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