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deren Leugnung jedoch immer zu der Ablehnung von Lamarcks Erklarung fiihrt. Aber wenn man auch mit mir, diese Vererbung wenigstens bis auf einen gewissen Grad anerkennt, ist doch diese Theorie nicht hinreichend um eine grosse Anzahl Umwandlungen oder vorhandene neue organische Bildungen genügend zu erklaren. Auch vermag sie, insofern sie im übrigen auch annehmbar scheint, doch meiner Ansicht nach nicht den inneren Grund der Veranderlichkeit aufzuklaren.

In der letzten Aeit hat man angefangen, die Erscheinungen der sogenannten Variabilitat in solche zu teilen, die als eine Folge der Vererbung anzusehen oder wohl auch der Einwirkung ausserer Einflüsse zuzuschreiben sind, und in solche, die sich spontan, selbstandig, als neue Bildungen darstellen. Aber warum solche spontanen Bildungen entstehen, bleibt auch dann unaufgeklart, wahrend es überdies scheint, dass die Grenzen zwischen beiden Kategorien nicht scharf gezogen werden können. Die Möglichkeit besteht ja, dass auch aussere Einflüsse wohl einmal neue Bildungen herbeiführen können.

Die Frage ist also noch alles weniger als klar, es dürfte daher wohl angebracht sein, mit nichts zurückzuhalten, was vielleicht noch irgendwie zur Klarung der Sache beitragen könnte. Ich meine auch meiner Ansicht einen Wert in dieser Beziehung zuschreiben zu dürfen.

Dass ein jedes lebende Wesen von allen andern sich einigermassen unterscheidet, ist wohl an sich nichts Besonderes; es ist ebenso der Fall mit jedem Sandkorn, mit jeder Schneeflocke. Von einem besondern Naturgesetz, welches das Leben beherrschen sol], kann also dabei nicht die Rede sein.

Die Sache ist einfach die, dass die Ursachlichkeit der Existenz eines Wesens nie vollkommen der eines andern gleicht und dieser Umsstand sich bei jeder Bildung zeigt. Auf lebende Wesen übertragt die Vererbung sowohl Eigenschaften der Eltern wie der Voreltern, aber auf sehr verschiedene Weise. Dadurch mussen Unterschiede entstehen, die bisweilen nicht gering sein werden. Notwendigervveise

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