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ging aus ihncn der psychologische Teil der Prolègomenes meiner bereits genannten Études hervor. So bin ich zu der Überzcugung des Vitalismus gelangt, d. h. von der Existenz einer selbstandigen, eigengesetzlichen, nicht durch unsere chemischphysikalische Kenntnisse erklarbaren psychischen Elements, das die Lebenserscheinungen beherrscht. Nur ausnahmsweise habe ich jedoch meine eigenen diesbezüglichen Ideen bis jetzt vitalistisch nennen wollen. Sie unterscheiden sich namlich von der Aufïfassung der Autoren, die sich im allgemeinen in derselben Richtung bewegen, in einem bedeutenden Punkte so sehr, dass ich sie damit nicht verwechselt zu sehen wünschte. Den klarsten Einblick in die vitalistische Bewegung, wie diese jetzt in Deutschland hervor tritt, erlangt man nach meiner Meinung wohl durch die Lektüre der neuesten mir bekannt gewordenen im Jahre 1905 auf diesem Gebiete erschienenen Werke, n.1. von Prof. Dr. Reinke '), von Dr. Hans Driesch j) und von Prof. Dr. August Pauly 3). Ihnen gegenüber ist die Auseinandersetzung von dem jetzigen Stand der Frage in einem Aufsatz Dr. Wilhelm Stekels bemerkenswert4). Denn dieser Gelehrte ist ein absoluter Gegner des Vitalismus, und schliesst sich namentlich dem oben bereits genannten wohl antidarwinistischen, aber doch auch antivitalistischen Gelehrten Prof. Dr. Kassovvitz an und stellt, ebenso wie dieser, den Fehlbegrifïf in den Vordergrund, dass eine antimaschinelle Aufïfassung der Lebenserscheinungen einfach auf einen Rückschlag alter metaphysischer Begriffe beruhe. Das kann gewiss vorkommen, ist aber doch keineswegs bei all' denen der Fall, dieaufGrund rein wissenschaftlichen Denkens ebenso von aller transcendentalen Aufïfassung wie von dem darwinistischen Glauben befreit, die maschinelle Theorie verwerfen. Es will mich aber bedunken, als ob Herr Dr. stekel seinem Standpunkte etwas zu

1) Philosophie der Botanik. Leipzig /goj.

2) Der Vitalismus als Gcschichte und als Lehrt. Leipzig 1905. In engem Zusammenhang damit stehen auch mehrere frühere Werke desselben Autors, besonderst Die Seele als eleme/itarer NalurJaktor, Leipzig /goj.

3) Darwinismus und Lamarckismus. München, 1903.

4) Naturphilosophie der Gegenwart. (Auf der Hólie. Juni, 1906).

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