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deutlich hervortretenden Krankheitssymptoncn zutage tritt.

Auch in der medizinischen Wissenschaft scheint man so immer mehr zu der Ansicht zu gelangen, dass viele Nervenkrankheiten psychischen Ursprungs sind und deswegen besonders durch Psychotherapie behandelt werden mussen, wobei die physische Therapeutik nur noch eine untergeordnete Rolle spielt '). Liegt hierin auch nicht deutlich die Erkenntnis der Psyche als eines Teiles des Organismus, der wie eng auch mit dem Übrigen verbunden und i^ Wechselwirkung damit, dennoch nicht im physischen Teile desselben seinen Ursprung hat, weshalb denn auch die medizinische Behandlung sich nicht mehr, wie bis jetzt ublich, auf ietzteren Teil erstrecken muss?

Aus einer solchen selbstandigen Existenz der Psyche ergiebt sich nun aber nicht, dass sie auch nicht materielier Natur sein könnte. YVenn man sieht, dass, obgleich die psychische Evolution nicht von derjenigen der Materie abhangig ist, bei beiden gleichwohl der Prozess dieser Veranderungen gleichartig verlauft, so wird man wohl zu der Annahme gezwungen sein, dass beiden, so selbstandig auch ein jedes für sich sein möge, ein und derselbe Charakter eigen ist. Dies nun macht es gewiss auch höchst wahrscheinlich, dass dann beide nur der Form, nicht aber dem Wesen nach verschieden sind, und dann ergiebt sich wieder hieraus, dass man sich gleichfalls das psychische Element als materieller Natur denken muss. Also auch als Materie, aber als eine andere, als die raumliche.

Die Gleichartigkeit beider Evolutionen ist in der Tat zu auffallig, als dass man an etwas anderes denken könnte. In den eben genannten Paralellerscheinungen tritt dies ganz besonders zutage. Zunachst wohl durch den hohen Grad der Mannigfaltigkeit in dem evolutionellen Verlauf, was ja für die körperliche Evolution so besonders kennzeichnend und oben schon öfters besprochen worden ist. Auf S. 40 ff.

l) Ich entnehme dies einer in der Revue Générale des Sciences pures et appliquées ij April 1903 vorkommenden Rezension von Dr. Paul Sérieux tiber das Werk von Dr. Dubois: Les psychoneuroses et leur traitement. Paris 11)04.

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