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Himmelsgottes aufgenommen worden zu sein, denn sowohl der phrygische BxyxToi; wie der germanische Donar waren Eichengötter. Vielleicht ist eine Vermischung schon damals eingetreten, vielleicht sind ganz andere Ursachen dabei im Spiele gewescn, z. B. die Beobachtung, dass gerade die hochragende Eiche am meisten vom Blitze getroffen wird, oder der Glaube, man vernehme im Rauschen der Blatter im Wipfel der Eiche die Stimme des Wettergottes '). Inwiefern also die oben entwickelte Erklarung im Kulte dieses und anderer Götter zutrifft, wage ich nicht zu entscheiden, aber in manchem Falie scheint sie mir doch der Schlüssel sonst unlösbarer Probleme.

V.

Die ZurückdrSngung des Nicht-menschengestaltigen durch den Anthropomorphismus.

§ 19. Wer ware beim Anblick der herrlichen, von Pheidias, Praxiteles und anderen Künstlern geschaffenen Götterbilder geneigt zu glauben, dass die Zeitgenossen und Landsleute dieser Manncr rohe Steine, Kegel, Obelisken, Klötze, Baume und Tiere verehrt haben? Und doch war es so, nicht nur zu ihren Zeiten, sondern auch noch viel spater. Die Schriftsteller und Monumente zeigen uns, dass wirklich in Griechenland neben dem bis aufs höchste gesteigerten Anthropomorphismus diese uralten Verehrungsweisen lebten und niemals ganz wegstarben. Allmahlich zurückgewichen sind sie aber gewiss, und sie büssten viel von ihrer Kraft ein, bis, wie es scheint, das Sinken ihres Gegners ihnen neues Leben gewahrte. Wie sie in einem langen Kampfe vom Anthropomor-

1) Vergl. J. Marquart, Intern. Archiv für Ethnogr. XIV (1901) S. 40.

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