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einer Fichte die Genitalien abgeschnitten, wcshalb man an bestimmten Festtagen eine Fichte in die Tempel der Kybele hineintrug '), und eine heilige Fichte auf dem Ida verehrte, unter welcher der göttliche Stein der Kybele lag 2). Daphnc war von der Erde in einen Lorbeerbaum verwandelt worden, als Apollon sie verfolgte 3). All diese Mythen scheinen mir mit dem Baumkult zusammenzuhangen.

§ 45. Es sind nun noch einige der fünften Kategorie angehörige Reste der Tierverehrung zu erwahnen. In diesem Kulte sind zwei Dinge wohl zu unterscheiden: die Anbetung der heiligen Tiere selbst, und diejenige der in Tiergestalt abgebildeten Götter. Denn obwohl beide aus éiner Quelle entsprungen scheinen, und in früheren Zeiten die Tiere selbst für Göttersitze gegolten hatten, so brachte man diese spater nur auf irgendwelche Weise mit den Göttern in Verbindung, oder es standen Tierbilder in den Tempeln, welche die Götter selbst reprasentierten, wie das Stierbild des Dionysos zu Kyzikos 4). Aber auch diese Bilder verloren öfters ihre wahre Bedeutung und man meinte, sie seien nur deshalb in den Tempeln aufgestellt worden, weil ein solches Tier einmal dem Gotte des Tempels in irgendwelcher Beziehung nützlich gewesen sei. So stand, wie man glaubte, der eherne Wolf im Tempel des delphischen Apollon, weil ein Wolf die geraubten Tempelschatze gezeigt und den Dieb getötet habe '). Das Schaf im Heiligtume der samischen Hera wurde auf solche Weise gedeutet °). Auch gab es nicht in Tempeln

1) Arnob. V 16, 21; Serv. Aen. IX 85 und 116; Firmic. Mat., I)e error. prof. rel. 27 (Halm S. 120); Luctat. Stat., Theb. X 172; Diod. Sic. III 59.

2) Claud. Rapt. Pros. I 201.

3) Ov. Met. I 548 ff.

4) II § 255.

5) Paus. X 14, 7, unten II § 256.

6) Ail. Nat. Anim. XII 40, unten II § 257.

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