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(343. 656. 716). Und dass Azazel wie Set die böse Macht der Finsternis ist, tritt speciell bei Heuoch (6, 7; 8, 1; 9, 6; 10, 4._8) noch darin zu Tage, dass er in der Wüste mit ehernen Banden der Finsternis gebunden vorgestellt wird. Wie das Schwein so ist auch der Bock ein dem Set zugehöriges Tier '), und vielleicht hat gerade der von den Israeliten gehegte Abscheu vor dem Schwein dazu geführt, statt desselben den Bock zum Opfer zu gebrauchen, wie ja auch die Aegypter neben dem Schwein Gazellen 2) oder Antilopen 3) dazu verwendet und in den Inschriften dem so sehr verabscheuten Schwein den gleichfalls typhonischen, aber weniger verabscheuten Hippopotamus untergeschoben haben *). Ich möchte nun vennuten, dass der Brauch, dem Azazel einen Bock in die Wüste zu senden, ursprünglich mit dem Passahfest verbunden gewesen, dann in Abgang gekommen ist, um schliesslich von P für das neue Fest des Versöhnungstages verwertet zu werden. Wenn P von zwei Boeken redet, wovon der eine für Jahve als Sündopfer dargebracht, der andere für Azazel in die Wüste gesandt wurde, so hat man es dabei keineswegs, wie schon vermutet worden, mit der Verdoppelung eines ursprünglich nur einzigen Bockes zu thun. Vielmehr entsprechen die beiden Böcke gerade dem doppelten Schweinsopfer der Aegypter, dem Ferkel, das am Vorabend geschlachtet und dann weggebracht wurde für Set, und dem Schwein, das am andern Tag für Selene und Dionysus geopfert wurde. Dass aber nach P der Bock für Azazel lebend weggebracht wird, hangt wohl damit zusammen, dass, losgelöst von dem Blutritus der Passahfeier, der für Azazel bestimmte Bock nicht mehr geschlachtet zu werden brauchte, und dass man überhaupt an einer Schlachtung, also eigentlichen Opferung des Bocks für Azazel Anstoss genommen haben wird. Die Parallele zwischen der israelitischen Passahfeier am 14. und 15. Abib

1) cf. Ed. Meyer, Geschichte des Alterthums I, S. 74. A.

2) Naville, a. a. O. p. 76.

3) Brugsch, a. a. O. S. 463.

4) Naville, a. a. O. p. 76.

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