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Die Stadt Lehi, mit welcher in der Bibel unsere Erzahlung in Zusammenhang gebracht wird, hat eine solche Quelle gehabt, und es ist nicht unwahrscheinlich, dass dieselbe ein mal eine Cultstatte des Sonnengottes gewesen ist.

Nach der alttestamentlichen Erzahlung (Jud. 18, 19 ff.) hatten freilich die Philister, nachdem sie durch die List einer Frau hinter das Geheimnis von Simsons Stiirke gekommen waren und ihm die Haare abgeschnitten hatten, sich des Gewaltigen endlich bemachtigt, ihm die Augen ausgestochen und ihn mit zwei ehernen Ketten gefesselt zu Gaza ins Gefangnis gelegt. Bei einem Fest indessen, das die Philister ihrem Gotte Dagon feierten, hiitte man Simson kommen lassen und ihn in dem Hause oder Tempelgebaude, das innen und auf dem Dache von einer Menge Philister besetzt war, zwischen zwei Saulen gestellt. Da habe Simson die beiden Mittelsaulen, die das Haus trugen, in seine Rechte und Linke genommen, sich mit ihnen geneigt und dadurch das Haus zum Einsturz gebracht, dessen Trümmer ihn mit vielen Philistern begruben.

Die langen Haare des Simson, auf denen seine Kraft beruht, sind die Lichtstrahlen des Sonnengottes. Wenn dieser des Abends seiner Strahlenmahne beraubt im Westen versinkt, dann triumphiren seine Gegner über ihn. Und es war ein naheliegendes Bild, den in der Tiefe den Blieken entzogenen, macht- und wirkungslos gewordenen Sonnengott als im Gefangnis befindlicli und in Ketten gelegt sich vorzustellen. Ergibt sich diese Erkliirung aus der Auffassung des Simson als eines Sonnengottes überhaupt, so erinnern doch schon die langen Haare speciell an die Löwenmahne des Schu. Besonders gut aber erkliirt sich von Schu aus das Ausstechen der Augen des Simson. Denn Schu ist das eine Auge des Sonnengottes Ra (195—197), wiihrend seine Zwillingsschwester Tafnut, die mit ihm vielleicht hier zu einer Person zusammengeschmolzen ist, das andere ist (575). Und auch in der aegyptischen Mythologie begegnen wir der Vorstelhmg, dass dem Ra sein Auge verletzt oder entrissen wird (455 f.), womit sich die Aegypter die Abnahme des Lichts in der Zeit der kürzer werdenden Tage erklart haben.

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