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das Cholin ist zu betrachten als Trimethyl-oxyaethylammonmm-hydroxyd. (CH3)3 N. OH. Co H4 OH;

Mydatoxin und Mydin, wie oben.

Zu den ausserst giftigen Basen gehören:

Peptotoxin, der giftige Bestandteil vieler Peptone; es entsteht z. B. auch bei der Verdauung von Fibrin durch künstlichen Magensaft, wahrscheinlich ebenfalls durch die peptonisierende Wirkung von Mikroben,

Neurin, C5 Hi3 N O, aus faulendem Fleische nach 5 — 6 Tagen,

Muscarin, C5 Hi5 N 03, ein Oxydationsprodukt von Cholin,

Tyrotoxicon, ein schweres Gift, gefunden in Vanille-Eis von Vaughan, weiter

in Milch und vielen andern Nahrungsmitteln, besonders wahrend der heissen Sommertage.

Chemisch nahert sich dieser Körper den Diazobenzol-verbindungen. Die toxische Wirkung giebt sich durch Diarrhöen kund. Es ist Flügge gelungen, dieses heftig wirkende Gift abzusondern und durch Versuche an Tieren zu zeigen, dass furchtbare Diarrhöen dadurch entstehen können, und sogar der Tod eintreten kann.

Man behauptet, dieses Gift entstehe durch eine sporenbildende, mittels Abkochung nicht zu tötende Bakterie, welche bei der günstigen Temperatur, wodurch im Sommer schnelle Vermehrung stattflndet, das Eiweiss so zersetzt, dass heftig wirkende Toxine gebildet werden.

Noch bedeutender waren die Untersuchungen der Gifte, welche aus Reinkulturen gewonnen waren. Auch hier hat Brieger sich ausserst verdienstlich gemacht. Er bekam aus dem Staphylococcus pyogenes aureus und dem Streptococcus pyogenes nicht giftige Ptomaïne. Ersterer entwickelt hauptsachlich Ammoniak, letzterer Tiimethylamin. Aus Typhusbacillen erhielt Brieger einen sehr toxischen Stofï', das Typhotoxin C7 Hi7 N 02. Weiter aus Cholera-Mikroben Spermin, aus Tetanusbacillen 4 Toxine, von denen das Tetanin sehr giftig ist, dann das Tetanotoxin und das Spasmotoxin.

Aussei diesen Alkaloïd-artigen Stoffen wurden aus den Reinkulturen anderer pathogenen Mikroben noch Gifte isoliert, welche eine sehr toxische Wirkung besitzen, jedoch in chemischer Zusammensetzung sich mehr den Eiweissen nahern und deshalb auch wohl „Toxalbumine" genannt werden. In wasseriger Lösung sind diese Gifte von schwacbem Bau, da sie schon bei 60° C. in kurzer Zeit, bei 100° sehr schnell zerstört werden. Ferner besitzen sie noch die Eigenschaft, dass sie in Wasser oder verdünntem Alcohol gelost, durch starken Alcohol pracipitiert werden, durch Ch amber land- Pas teur-Kerzen gehen, langsam oder gar nicht dialysieren und die Eiweissreaktionen geben. Diese Eiweissreaktionen sind nicht nur dem Eiweisse, sondern auch dessen Zersetzungsprodukten eigen. Das eigentüche Gift kann also, ausser dem Eiweisse, auch Verunreinigungen zugeschrieben