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pythische Apollon und die aitolische Landesgöttin Artemis, die sich vor dem Schiedsrichter vertragen und also vereint den Anspriichen des Herakles entgegentreten, stehen für den aitolischen Bund. Ihre Bildsaulen, zusammen mit den Statuen ihrer eigenen Strategen, weihten ja die Aitoler auch in Delphi, als es ihnen gelungen war, ihre verhassten Grenznachbarn, die Akarnanen, zu Grunde zu richten (Paus. X, 16, 6). Herakles ist entweder der eigene Schutzgott der Stadt, oder es ist damit das makedonische Königshaus gemeint, das seinen Ursprung von Herakles herleitete ; Epeiros stand ja damals ganz unter makedonischem Einfluss. Mithin ist die ganze Geschichte von Nikander rein erfunden worden; die aitolisierende Tendenz aber tritt auch hier wieder deutlich hervor. Auf Ambrakia hatten die Aitoler gar keine geschichtlich begründeten Rechte. Trotzdem legt Nikander dem Apollon mindestens eben so gute Gründe wie seinem Gegner Herakles in den Mund, und lasst ihn und Artemis nur durch einen willkürlichen Ausspruch des Schiedsrichters um den Besitz der Stadt kommen. Die Verfassung der Metamorphose des Kragaleus, m. a. W. die Herausgabe des ersten Buches der Heteroiumena, fallt also spatetens vor 228: denn nach diesem Datum hatte ja der Schiedsrichter die Stadt dem Apollon (und der Artemis) zusprechen müssen. Falls es richtig ist, dass Herakles für das makedonische Königshaus steht, so ergiebt sich für die Herausgabe auch noch ein wahrscheinlicher terminus post quem. nl. das Jahr 239, denn damals traten die bisher epeirotischen Akarnanen, und also wohl auch Ambrakia in ihr altes Verhaltnis zu Makedonien zurück (Niese, a. a. O. S. 265).

Den Fabeln der Dryope und des Kragaleus lasst sich als drittes deutliches Beispiel der tendenziösen Kühnheit, welche Nikander auch in seinen 'Erepotovpevx eignet, die der delphischen Lamia anreihen(Ant. Lib. 8: Axy.ix v, "Zufizuc: hropsï "Sixxylpo: t-ipstoupsvxv l'). Am südlichen Abhang des Parnassos liegt oberhalb des Stadtchens Krissa das Gebirge Kirphis. Da hauste in einer Höhle ein Ungeheuer weiblichen Geschlechts, welches von einigen Lamia, von anderen Sybaris genannt wurde. Als dieses im delphischen Lande das grösste Unheil angerichtet hatte, teilte das Orakel

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