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KAPITEL III.

ÜVIDS METAMORPHOSEN, BUCH II.

Das zweite Buch der Metamorphosen enthalt zunachst die ausiuhrhch geschilderte Geschichte des Phaethon, der sich die Metamorphosen seiner Schwestern und diejenige seines Verwandten und Liebhabers Cycnus in natürlicher W'eise anschliessen. Georg Knaack ') hat mit der nötigen Ausführlichkeit nachgewiesen, dass die Schilderung üvids im grossen Ganzen und in sehr vielen Einzelheiten auf ein hellenistisches Gedicht zurückgeht, das auch sonst vielfach nachgeahmt worden ist und zweifellos von einem der alteren, berühmten Dichtern jenes Zeitalters herrührt dessen Namen zu bestimmen uns leider nicht möglich ist. Die I' rage, ob Ovid dieses Gedicht persönlich gelesen hat, kann nicht verneint werden, da die Uebereinstimmung zwischen ihm und Nonnos namentlich in rein poëtischen Ziigen und inhaltlich unwichtigen Details der Darstellung sehr gross ist. Andererseits weicht aber Ovid, wie Knaack gesehen hat. doch wieder inhaltlich von dem erschlossenen hellenistischen Gedicht in wesentlichen Punkten ab. in denen er sich anstatt dessen mit Euripides und mit Phanokles berührt. Knaack hat daraus geschlossen (S. 67 f.), dass Ovid den tenor rerum einem mythogiaphischen Handbuch entnommen, in dem die genannten drei Ouellen mit einander vermischt gewesen waren, und dann für die l-inzelheiten der Darstellung und alles Poëtische das hellenistische Gedicht als Vorlage benutzt habe. Auch ich habemir

') Quaestiones Phaethonteae ; cf. Roscher's Myth. Lcx. s. v. Phaethon.

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