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0b der Uebergang, vermittelst dessen Ovid die Sage des Phaethon mit derjenigen der Io verknüpft, von ihm erfunden oder aus einem hellenistischen Vorbilde herübergenommen worden ist, lasst sich leider nicht mit Argumenten entscheiden. Ware letzteres der Fall, so ware natiirlich seine Ouelle hier wie im vorigen Nikander gewesen. Die Einleitung der Phaethonsage ist sehr geschickt erfunden und sieht durchaus nicht aus wie Flickwerk. Es wird darin motiviert, wie der junge Phaethon, den mancher ja ftir einen Sohn des Merops halten mochte, darauf kommt, sich über seinen Ursprung Klarheit verschaffen zu wollen, namlich infolge der Schimpfreden eines Alters-und Standesgenossen. Der Umstand, dass gerade dem Epaphos diese Rolle zugeteilt wird, den sonst auch jeder andere hatte erfüllen können, ermöglicht die gewollte Aneinanderreihung der zwei Sagen. Wir müssen uns bescheiden, nicht zu wissen, wer zuerst auf diesen Einfall sekommen ist, ob Ovid oder eine von ihm herangezogenedichterische Vorlage. Jenes berühmte hellenistische Gedicht aber kann dafür schwerlich in Betracht kommen, da es, wie aus der Darstellung des Nonnos hervorgeht, den Merops nicht einmal einführte (Knaack, S. 24), womit auch der Hauptgrund wegfiel, die Vaterschaft des Helios anzuzweifeln.

Sehr zu beachten ist, dass Phaethon bei Ovid nicht verwandelt wird. Es ist sehr wahrscheinlich, dass Phaethon in der hesiodeischen Astronomie dem Morgenstern gleichgesetzt war, jedenfalls aber wissen wir, dass einer der alteren berühmten hellenistischen Dichter ihn zum himinlischen Wagenlenker ('Hvio%o:) gemacht hatte, der sonst anders erklart wurde. Derselbe Autor erklarte durch die Phaethonsage auch die Entstehung der Sternbilder des Schwans, der Hyaden (sehr kühn anstatt Heliaden!), des Milchwegs und des Eridanos. Da letztgenannter schon in Aratos' <i>Mvifisvx, die zwischen 276 und 274 verfasst sind, am Himmel erscheint (Vs. 358 ff.), so muss der Erfinder der genannten Sternbilder bereits vor diesem Datum geschrieben haben. Dieser Schluss erscheint mir zwingend, denn den Eridanos allein zu verstirnen, lag.für griechische Dichter kein ersichtlicher Grund vor, und wenn Aratos den 'llvis%s; nicht ausdrücklich mit Phaethon

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