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KAPITEL IV.

OVIDS METAMORPHOSEN, II, 833—IV, 602 (DIE THEBANISCHEN SAGEN).

Am Ende des Ilten Ruches hebt mit vollkommen ausserlicher Anknüpfung an das Vorhergehende die Erzahlung einer zusammengehörigen Reihe thebanischer Sagen an, ausgehend vom Raub der Europa und der Gründung Thebens bis zum Untergange last aller Angehörigen von Kadmos' Geschlecht und seiner eigenen Verwandlung (II, 833—IV, 602). In dieses Stück boiotischer Mythologie, welches schon im klassischen Zeitalter zu den bekanntesten Sagenstoffen gehorte, finden sich bei Ovid einige andere Erzahlungen künstlich eingelegt, die einen ganz anderen Charakter zeigen und die wir vorlaufig ausser Acht lassen können. Die Frage nach Ovids Quelle für diese ganze Partie seines Werkes haben wir früher ohne grosse Mühe lösen zu können geglaubt >). Inhaltlich stimmt Ovid hier so zu sagen genau mit unseren mythographischen Quellen (Apoll. Hyg. Diod.) iibercin, und wir haben daher gemeint, hier wenigstens könne man deutlich sehen, dass er sich eines ebensolchen mythographischen Handbuches bedient habe. Nun sind natürlich Hand- und Lehrbücher der Mythologie im spiiteren Altertum sehr verbreitet gewesen; im L nterricht haben sie in Rom in keiner höheren Schule fehlen können. Wir sind daher ohne jeden Beweis berechtigt, vorauszusetzen, dass auch Ovid sie kannte, und es ist nur

') De Ov. myth. S. 69; Kienzle, Ovidius qua ratione etc. S. 15—34.

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