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diesen sich so eigenthümlich darstellenden Bekehrungsenthusiasmus anfangs mit etwas misstrauischem Augc betrachtete und erst auf Grund nachhaltiger Erfolge eine officielle Gutheissung abgeben wollte. Der sich von Tag zu Tag mehrende Anhang, den Franziskus durch sein Bcispiel und seine Predigt in den verschiedensten Lebenskreisen und Standen fand, ist aber ein bercdtes Zeugniss dafür, dass seine persönlichen Bestrebungen einem in Vielen lcbendigen Bedürfnisse entgegenkamen. —

lm Jahre 1211, dcm vierton nach seiner Conversion, kam der neue Bussprediger auf seinen Wanderungen auch nach einem Stadtchen Etniriens, Cortona2) mit Namen. Hier gründete er, von den Cortonensern bereitwillig untersttitzt, in stiller, lieblicher Thalniederung ein armliches Ordenshauschen (pauperem conventum, hospitiolum), nach dem Platze selbst die „Zelle von Cortona" genannt. Unter den Schülern, die er sich hier envarb, haben besonders zwei eine höhere Bedeutung für die Genossenschaft erlangt, Guido der Heiige (Acta Sanctorum, 12. Juni) und Elias. Die eigenthümlicho Rolle, welche dieser letztere in der Folgezeit im Orden als dessen reformirendes und abtriinniges überhaupt zu spielen berufen war, hat seinen Namen bei den Ordensschriftstellern zu einem hüclist anrtichigen gemacht und sie veranlasst, sein Bild mitunter gar arg auf Kosten der Wahrheit und Gerechtigkeit durch unwilrdige und oft allzu plump erfundene Fabeleien zu verunstalten. Die Schilderungen, welche sie besonders von seinem Verhilltniss zu Franziskus geben, sind so tendenziös gehalten, voll innerer Widerspriicho, oft im schroftsten Gegensatze zu den altesten Nachrichten und in so offenbar stetigem Wachsthum der Uebertreibungen begriffen, dass es der Kritik in der That nicht allzu schwer gemacht ist, hier Wahrheit und Lüge zu scheiden.

Die monographischen Darstelluugeu von dem Leben und der Wirksamkeit des Elias sind, so weit sie mir bekannt geworden, fast durchweg nur im engsten Anschluss an die meist kritiklos zusammengestellte Erzablung Waddings gegeben, ohne weiter besonders auf die Richtigstellungen, die schon der Bollandist vorzugswciso für die erste Periode

J) Nach Lucas Wadding, Annales Minorum seu trium ordinum a S. Francisco institutorum. Editio sccunda. Romac 1731. toni. I. pag. 108 ist die St.hrcibweise dieses Ortsnanicns eine versehicdeno: Cortonia, Crutunia, Crotona (so in der Legende des Thomas do Celano), auch Croton, die hüufigstc und wol richtigste aber Cortona. Im Spceulum vitae S. Francisci et sociorum eius. Venet. 1504 fol. 170 ff. wird die Statte Thortoniuni, locus Thortoni genannt.

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