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Die Wurzeln der kapholländischen Volksüberlieferungen

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stens in der Idee: Wolf is Jakhals sijn Rijperd, v. W., Nr. 15) und andere dem Stamme früher nicht bekannte Tiere die Hauptrolle spielen.

Daneben finden wir aber jene einheimischen Grundzüge, die zu dem Charakter der allgemein afrikanischen Erzahlung stimmen, wie sie Basset in seiner Einleitung beschreibt. Das wenige „idéé de morale" ist fast ausschliesslich „le triomphe de la ruse sur la force brutale", oder, wie man in S. A. zu sagen pflegt: Wie nie sterk is moet slim wees. Für die moralische Bildung ist das Marchen also unbrauchbar, es dient bloss zur Unterhaltung, ist aber zugleich ein ausgezeiehnetes Mittel, die Einbildungskraft zu scharfen. Wo man es neuerdings zu sittlichen Zwecken zu verwenden sucht, weicht man vom Herkömmlichen ab. — Weiter sagt B.: „C'est le lièvre qui est en général le plus rusé des animaux ... mais celle qui partage avec lui la palme de la ruse, contrairement aux contes d'origine indo-européenne, c'est la tortue". Nun ist es merkwürdig, dass „Hasie" und „Skulpad" in unserem „dierestorie" noch als ungemein schlau gelten, aber sie erscheinen in dieser Eigenschaft fast nur in den Marchen, die auch ausserhalb der Hottentottenwelt in Afrika verbreitet sind '); ihre Rollen hat sonst der südafr. Fuchs — der Schakal — übernommen, Und so hat sich das Marchen wieder an seinen indischen Vetter angeschlossen. B. hat gewiss Recht, wenn er überall da (ausser im Norden und Osten Afrikas), wo der Schakal als Typus der Verschlagenheit auftritt, fremden Einfluss vermutet2). Die Rolle des Dümmen 'fallt bei uns, wie in ganz Afrika, dem Elefanten und namentlich der widrigen Hyane („Wolf") zu. Auch der Löwe wird nicht seiten arg mitgenommen, was gewiss wieder indogermanischer Herkunft ist. Nur das Tiermarchen, die bei weitem überwiegende Gattung der Erzahlung Afrikas überhaupt, hat sich bei den Hottent. erhalten. Denn als sie die holl. Sprache übernahmen, verschwand auch ihr ohnehin sehr dürftiger alter Kultus und damit, wenn diese bestanden hat, ihre mythologische Dichtung.

Um die Erhaltung und die Lokalisierung des Tiejmarchens haben sich die Hott. sehr verdient gemacht. Ohne ihre Mitwirkung ware sicher vieles aus dem germanischen Vorrat zu Grande gegangen. Und so ist zum grossen Teil das germanische Marchen, nachdem es mit Vorliebe von den Hottentotten annektiert worden ist, 'von ihnen wieder zu den Weissen zurück gewandert. Immer heisst es, man habe als Kind die Geschichten gehort von der aya oder vom outa, der gewöhnlich Viehhirt war und um den sich abends an dem Herd oder draussen in seinem „struis" (stroohuis) die Kinder lagerten. Es ist sogar eine Ausnahme, dass die Eltern die Marchen weiter erzahlen.

Seine kühne Phantasie macht ferner den Hott. zum Lügner; Übertreiben und Erdichten ist sein Leben und seine Lust, die tollsten Schwanke und Abenteuer kann er im Handumdrehen aneinander reihen. Damit muss gerechnet werden, wenn man die hottent. Marchen mit denen Europas vergleicht. Beispiele von alten germanischen Marchen, alle mit afr. Lokalkolorit und standiger Verwandschaftsanrede, sind folgende: Der Wolf und der Mensch (Grimm. Nr. 72) = Welk is het slimste Gedierte ? (VI. Vertelsels, S. 70; Charaktere: Vos, Beer, Mensgedierte) = Vos wil Leeuw een Man tonen (Br., S. 92. Hier ist der „Mann" weder ein Hollander, noch ein Englander, sondern — zuletzt — ein bewaffneter Afrikaner zu Pferde; auch in der Volkstem ist der Löwe der Held) = Wolf en di Rondekopgedierte (oder: Mens-

1) Zum B. die „Storie van die Dam": Basset, Nr. 121; O.K. 1897, S. 15; v. W., Nr. 16; das Folklore Journal I 69 (nacherzahlt von Von Held, S. 82) ersetzt den Hasen durch den Schakal.

2) Vgl. T III 121.