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In neuerer Zeit hat Bertholet auch bei Trinkerinnen Atrophie der Eierstöcke und Eizellen festgestellt.

Prof. A. Weichselbaum in Wien hat in seinem Institut ganz ahnliche Befunde wie Bertholet erhalten.

Es muss hervorgehoben werden, dass kein Organ der Alkoholiker so konstant resp. in einem so hohen Prozentsatz atrophisch entartet, wie gerade die Keimdrüse.

2.) Tierexperimente.

Solche haben wir bereits für die Blastophthorie abgetrennter, einzelner Keimzellen erwahnt.

Die verhangnisvollen Einwirkungen des Alkoholmissbrauchs der Eltern auf die sich entwickelnde Frucht offenbart sich hier aufs deutlichste. Combemale war wohl der erste, welcher (1888) über die Wirkungen des Alkohols auf die Nachkommen Untersuchungen anstellte. Er paarte einen 8 Monate lang mit Absynth (bis zu 11 gr. pro Tag und kg.) alkoholisierten Hund mit einer gesunden kraftigen Hündin. Von den 12 Jungen waren 2 bei der Geburt tot, 3 gingen (zufallig?) innerhalb 14 Tagen an Lungenentzündung zugrunde, der Rest starb nach 32 bis 67 Tagen an krampfhaften Zufallen, an Darmkatarrhen und an Tuberkulose. Bei einem zweiten Experiment waren beide Eltern beim Paaren normal, die Hündin wurde j edoch wahrend der letzten 23 Tage ihrer Tragzeit taglich betrunken gemacht (2,7—5 gr. Absynth von 72 % pro Tag und kg.). Von den 6 Jungen waren 3 totgeboren, 2 körperlich gut entwickelt, aber wenig intelligent, das letzte wuchs langsam, war stupide und zeigte sehr geringes Geruchsvermögen. Dieses letzte Tier, eine Hündin, wurde, als es erwachsen war, mit einem gesunden kraftigen, nicht alkoholisierten Hunde gepaart und bekam selbst keinen Alkohol. Von den 3 J ungen hatte das erste zahlreiche Bildungsfehler (Klumpfuss, Verkrümmung mehrer Zehen, Wolfsrachen etc.), das zweite behielt einen offenen Ductus Botalli und starb nach 14 Tagen an Abzehrung, das dntte zeigte Muskelschwund des Hinterteils und starb wenige Stunden nach der Geburt. In der zweiten Generation waren also die Degenerationserscheinungen viel starker, als in der ersten. Aehnliches ergaben die Untersuchungen von Hodge1), welcher alkoholisierte Hunde mit einander paarte, und in den Würfen derselben

*) Hodge: Experiments on the Physiology of Alcohol, 1897.

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