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Störung der öffentlichen Ordnung, oder eine persönliche Gefahr für andere verursachen, oder das Wirtshausverbot übertreten, oder endlich in Aergernis erregender selbstverschuldeter Trunkenheit an einem öffentlichen Orte betroffen werden.

§ 65.

Wird jemand, weil er eine Tat in selbstverschuldeter Trunkenheit begangen hat, freigesprochen, oder ausser V erfolgung gesetzt, oder zu einer milderen Strafe verurteilt, so kann das Gericht, wenn es die öffentliche Sicherheit erfordert, seine Verwahrung in einer öffentlichen Heil- und Pflegeanstalt anordnen.

Wenn in Folge dieser Gesetzbestimmungen Trinker zwangsweise in Trinkerheilanstalten übergeführt und darin festgehalten werden, so muss eine neue Art von Trinkerheilanstalten geschaffen werden, die geschlossenen Trinkerheilanstalten, in denen der Anstaltsleiter berechtigt ist, den Trinker gegen seinen Willen zurück zu halten. Diese Trinkerheilanstalten werden im Allgemeinen nicht private sein können, sondern müssen durch den Staat, oder die denselben vertretende Körperschaft errichtet und geleitet werden, weil es nur ausnahmsweise ratlich ist, Privatpersonen das Recht, andere gewaltsam zurückzuhalten, anzuvertrauen. Die zwangsweise Unterbringung von Alkoholkranken in Trinkerheilanstalten ist aber auch seit langer Zeit vielfach gefordert worden, weil die von Vormündern oder die Versicherungsanstalten untergebrachten Trinker sehr haufig die Heilstatte verlassen, ehe die Heilung vollendet ist. Bisher ist auch aus diesem Grunde in Deutschland von der Entmündigung der Trinker, wozu die Gesetze den Richtern das Recht gaben, sehr wenig Gebrauch gemacht. Durch die Entmündigung kann dem Trinker die freie Verfügung über seine Person und sein Vermogen genommen werden, wenn nachgewiesen ist, dass derselbe von seiner Freiheit nicht den richtigen Gebrauch macht, und sich und andere schadigt, wie dies ja die Trinker haufig tun. Sobald entmündigte Trinker gewaltsam zurück gehalten werden können, wird der Antrag auf Entmündigung von Armenverwaltungen und von den Angehörigen der Trinker viel haufiger als bisher gestellt werden, um das Vermogen des Trinkers, wo solches vorhanden ist, zu erhalten, oder die Angehörigen vor den Quale-

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