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alkoholbewegung stellen. Die positiven Vertretungen der samtlichen Konfessionen sind auch wohl hierin einig. Sie mochten diese Padagogik nicht mehr entbehren. Erblicken sie doch in ihr den Hauptgrund ihrer siegreichen Kraft. Ware es demnach nicht eine Torheit, sie zu hindern?

Von jeher haben die verschiedenen Konfessionen auf die Nüchternheit hingewiesen, sie als etwas sittlich Hohes hingestellt, haben sie die Unmassigkeit scharf verurteilt. Zahlreiche Organisationen haben sie zu diesem Zweck ins Leben gerufen. Nahmen die Konfessionen sich warm der alten Massigkeitsvereine an, so entziehen sie sich auch der modernen Nüchternheitsbewegung, der Abstinenz, nicht. Nennen wir z.B. in Deutschland nur den Namen eines Pastor Böttcher oder des Kaplan Seling, so weiss jeder, welche Verdienste sich die Kirchen veischiedener Konfessionen in der Nüchternheitsbewegung erworben haben.

Aber dürften auch die Kirchen anders handeln? Welch hervorragende Dienste karin doch die Abstinenz ihnen leisten. Sie würden Verrat an sich selbst üben, wollten sie sich hier ablehnend verhalten.

Es ist aber auch allbekannt, wie zum Beispiel der hochverdiente Pastor von Bodelschwing auf die Bedeutung der Abstinenz für die kirchlichen Interessen hingewiesen hat. Noch kurz vor seinem Tode erklarte er mit der ganzen Warme seines Herzens einem jüngeren Freunde: „Ich übergebe Dir den Kampf gegen den Alkoholismus, den ich im Leben geführt habe. Durch Wahrheit und Liebe werdet ihr siegen." In gleicher Weise haben sich mehrere evangelische Landessynoden ausgesprochen.

Papst Pius X. hat einmal von der Abstinenz gesagt, er betrachte sie als ein Mittel zur Verwirklichung seines Programms: „Alles erneuern in Christo."Und unsergrosserVorkampfer, Bischof Egger von St. Gallen, der auf dem Internationalen Kongress gegen den Alkoholismus in Basel mit der Vertretung des Heiligen Stuhles betraut worden war, und damals herrliche Worte an die Mitglieder des Kongresses richtete, sagt in einer seiner Schriften: „( )b nicht doch noch die Abstinenz berufen ist, an der religiösen Erneuerung der christlichen Völker mitzuwirken?" Aber wollen die Nüchtern heitsvereine diese Erwartungen voll und ganz erfüllen, dann müssen sie sich auch auf dem Boden der betreffenden Konfession aufbauen und in ihrem Gebiete tatig sein.

Die Sorge fast samtlicher Nüchternheitsvereine ist die Arbeit

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