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seien erwahnt: Pneumonie, Apoplexie, Tuberkulose und Syphilis.

Nerven- und Geistesstörungen treten oftmalsaufwie: Abweichungen des Schlafes, Schlaflosigkeit, Angst erweckende Traume, sich erschrecken wahrend des Schlafes, Selbstmordsucht, Zustande des Verstimmtseins, krankhafte Reizbarkeit, Verwechslung von Wahrheit und Dichtung, Unzuverlassigkeit, Halluzinationen, Wahnvorstellungen, der Wahn ehelichei1 Untreue, raisonnieren und querulieren. Von den akuten Alkohol-Psychosen ist das Delirium tremens mit dem so kennzeichnenden Zittern, der fortwahrenden Unruhe, allgemein bekannt, um nicht noch von andern Symptonen zu reden.

Was die akute Alkohol-Intoxikation anbelangt, so dürfen die Falie pathologischen Rausches und im allgemeinen solche der Intoleranz gegen Spirituosen nicht unerwahnt bleiben, welch letztere hauptsachlich bei geistig Minderwertigen angetroffen wird und sich in der Form der Dipsomanie offenbaren kann. Periodisch tritt bei den sogenannten Gelegenheitstrinkern ein impulsiver Drang zum Trinken auf. Unter dem Einflusse des Alkohols kann besonders das psychopathisch belastete Individuum die gefahrlichsten Gewalttatigkeiten begehen.

Ein Irrsinnsanfall kann anfangs durch einen Exzes in Baccho maskiert werden, der Auftritt einer Psychose oder Neurose kann damit debutieren. Auch liegt die Möglichkeit eines Trinkanfalles als ein psychischer Aequivalent vor, als Aeusserung der manischdepressiven Psychose sowohl im manikalen als auch im melancholischen Stadium, beim Epileptiker sowohl als beim Asthmaleiden'den, anstatt des typischen Anfalles.

Oefters wird geraume Zeit das Vorhandensein der Dementia paralytica verkannt und werden die fremdartigenHandlungendem Alkoholmissbrauche zugeschrieben, dem sich der Patiënt unter dem Einflusse der sich entwickelnden Psychose ergiebt.

Unter den schleppenderen Formen der Alkoholvergiftung verdienen neben den chronischen Alkohol-Psychosen in sensu strictiori eine spezielle Erwahnung: die polyneuritische oder Korsakoffsche Psychose, die Alkohol-Epilepsie, die AlkoholParalyse und Alkohol-Pseudoparalyse, die Alkohol-Dementia. Ein intellektueller und hauptsachlich ein ethischer oder moralischer Defekt und die sich daraus ergebende sogenannte Lahmung des Willens gehort zu den Abweichungen, die dem Alkoholiker auf die Dauer nie fehlen.

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