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In erster Linie sei bemerkt, dass die Irrenanstalten in einigen Tandem geraume Zeit zur Pflege der Trunksüchtigen Dienste geleistet haben und das wohl teilweise auch heute noch tun. Wegen des zunehmenden Andrangs zur Unterbringung der Irren und der hieraus entstehenden Ueberfüllung entstand inmittels in den letzteren Jahren Veranlassung zu grossen Schwierigkeiten. In einigen Irrenanstalten wurden für trunksüchtige Pfleglinge besondere Pavillons bestimmt und zwar, wie die Erfahrung gelehrt hat, mit nicht ungünstigen Erfolge. Die Verpflegung der Trunksüchtigen in einer Irrenanstalt, führt jedoch oftmals zu baldiger Entlassung, namentlich wenn die Erscheinungen der Psychose gewichen sind; eine Ueberführung eines derartigen Patienten in ein Sanatorium für Trunksüchtige, was in der Theorie am angezeigtesten ware, scheint in der Praxis nicht oder wenigstens nicht leicht anwendbar zu sein. Uebrigens entsprechen eine grosse Anzahl von Irrenanstalten den Anforderungen keineswegs, welche an ein Sanatorium für Trunksüchtige gestellt werden müssen; denn in einer derartigen Umgebung muss das Verbot des Alkoholgenusses konsequent durchgeführt sein.

Auf Grund der gesammelten Erfahrungen darf ruhig die Meinung ausgesprochen werden, dass ein Sanatorium, und zwar speziell eins für Trunksüchtige, einer Irrenanstalt und im allgemeinen einem Krankenhause, in welchem verschiedene Kategorien von Patienten gepflegt werden, bestimmt vorzuziehen ist. Der Alkoholiker bedarf einer langwierigen Behandlung, eines ausgedehnten Aufenthaltes in der Anstalt, selbst dann noch, wenn er bei oberflachlicher Untersuchung keine krankhaften Erscheinungen mehr zeigt. Diese Forderung kann in der Anstalt für Trunksüchtige voll und ganz berücksichtigt werden, sowohl in den Sanatorien im engern Sinne, den Heilanstalten, in denen das Hauptgewicht auf die arztliche Behandlung gelegt wird, als auch in den Arbeitshausern, welchen man wohl auch den Namen ,,Asyl beilegt, und in denen die Anpassung an die menschliche Gesellschaft durch systematische Arbeit in den Vordergrund gestellt ist. Die erstern sind spezieller für akute, die andern für chronische Falie bestimmt. Auch bei diesen letztern werden nicht selten unerwartete, günstige Ergebnisse erzielt, wenn nur Geduld geübt wird. \ iel Zeit ist erforderlich, bevor die schadliche Wirkung des Alkohols auf den menschlichen Organismus eliminiert ist.

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