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Ich bin nun heute im Stande das Erscheinen einer phototypischen Reproduction des bekannten Codex L e idensis Perizonianus Q. 21, welcher unter jenen Abschriften eine ganz hervorragende Stellung einnimmt und in vielen Beziehungen überaus wichtig ist, ankündigen zu können.

Noch kürzlich (1905) hat Herr Prof. Wissowa gezeigt, wie mit der erstmaligen Benützung dieser Handschrift durch L. T r o s s (1841) eine neue Epoche für die Textkritik jener Schriften beginnt. Und nicht nur für die Textkritik ist dieser Codex von hoher Bedeutung. Er bildet auch das Fundament für die Feststellung der Ueberlieferungsgeschichte, durch seine Randnotizen von J o v i anus Pontanus herrührend, die über die Auffindung des Archetypus unserer Handschriften durch E n o c h e von A s c o 1 i Aufklarung geben.

In palaeographischer Hinsicht ist der Codex Perizonianus interessant, als Specimen einer von den italienischen Humanisten nach alten Mustern nachgeahmten antiquarischen Schrift, welche noch wenig bekannt wurde. Eine ganz ahnliche Schrift findet sich in dem durch Baehrens u. A. bekannt gemachten Wolfenbütteler Tibull-Codex, aus dem ich eine Seite in phototypischer Reproduction meiner jetzigen Publication beifügen durfte.

Eine ausführliche lateinische Einleitung für die vollstandige Reproduction des Codex Perizonianus hat Herr Prof. G. Wissowa gütigst verfasst, wodurch der Wert meiner Publication in hohem Masse vermehrt wurde. Den Tacitus-Forschern wird sie doppelt willkommen sein, weil darin zum ersten Male das Resultat eines genauen Studiums der vor Kurzem in I e s i neuaufgefundenen Handschrift verwertet ist.

V. Marz 1908. — Die Kronik von ALPERTUS METTENSIS unter dem Titel ,,D e diversitate Temporu in", nach den Anweisungen die der Autor selbst darüber gibt, ist von grossem Interesse für die Geschichte der Niedeilande im Mittelalter,

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