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doch, im grossen Ganzen, die Geheimkulte die höchsten sittlichen und religiösen Bedürfnisse der Alten zu erfüllen gewusst. In den Mysterien sah man eine Schutzwehr gegen Vergehungen,') eine Bürgschaft für bessere Sittlichkeit. Von den Mysterien hofften die Eingeweihten Schutz vorFeinden und Gefahren, Hcilung von Krankheiten und Gebrechen, Wohlfahrt im irdischen Leben und Seügkeit im Jenseits.

Diese Geheimkulte waren sehr verschiedener Art.

Einige waren Staatsinstitutionen und die beriihmtesten von diesen, die Mysterien von Eleusis (bei Athen) und Samothrake (einer Insel im thrakischen Meere), erfreuten sich vom fünften Jahrhundert v. Chr. an bis zu ihrem Verschwinden des höchsten Ansehens.

Andere, wie die der Orphiker und der seit dem vierten Jahrhundert v. Chr. mehr und mehr hervortretenden orientalischen Götter, wurden von Privatleuten in geschlossenen Genossenschaften gefeiert und von der öffentlichen Meinung oft mit Geringschatzung behandelt.

Indessen nahmen die Mysterien der Isis (aus Agypten) und des Mithra (aus Persien) im römischen Kaiserreiche eine hervorragende, erstere sogar eine mehr und mehr offizielle, Stellung ein; sie erreichten im dritten Jahrhundert n. Chr. ihren Höhepunkt und zahlten selbst Kaiser zu ihren Gönnern.

Schliesslich verschmolzen alle diese Geheimkulte zu einer hartnackigen Opposition gegen das alle anderen Religionen unerbittlich verwerfende Christentum, mussten jedoch, da die Kirche durch ihre festeGliederungdieCasaren,durch ihre grossartige Liebestatigkeit die Massen für sich gewann, erliegen.

i) Vgl. das förmliche Zeugnis des gut unterrichteten Neuplatonikers Sallust, des Freundes von Kaiser Julianus, über die Mysterien insgesammt, in seinem trefflichen Kompendium "Über die Götter und die Welt" 12, wo auch die Weihen unter dasjenige mitgezahlt werden, was eingesetzt ist "um die Seelen am Sündigen zu verhindern."

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