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Art finden wir auch bei den Naturvölkern, deren Geheimfeiern ebenfalls von Tanzen, Vermummungen, Pantomimen unzertrennlich sind. Wie wenig auch hier das Wort "Tanz" in unserem Sinne aufzufassen ist, beweist schon die Tatsache, dass — zur nicht geringen Verwunderung der Missionare — die Eingeborenen am Schwanenfluss (in Australien) das Abendmahlssakrament einen Tanz, die Basutos und Betschuanen den protestantischen Kult den "Tanz Gottes" nannten!') Was Ozeanien betrifft, so bestehen auf dem Bismarck-Archipel die öfFentlichen und Jedem zuganglichen Feste der dort ausserst einflussreichen und gefürchteten Mannergeheimbiinde des "Dukduk" grösstenteils aus malerischen, farbenprachtigen Maskentanzen,2) die gewiss auch bei den geheimen Zeremonien nicht fehlen. Bei dem auch daselbst wirkenden "Marawot", von dem die Frauen gleichfalls grundsatzlich ausgeschlossen sind, vvird in den Tanzen der Geschlechtsverkehr haufig angedeutet und die Feier scheint eine Mannbarkeitserklarung zu sein, wie diese ja überhaupt bei den Naturvölkern, sonst meistens mit Beschneidung gepaart, das Resultat geheimgehaltener Zeremonien ist. So bei den Asa-mysterien in Neu-Guinea,4) so bei den ausserst komplizierten und langwierigen Einweihungszeremonien der Australneger;5) so bei den Afrikanern. °) Bemerkenswert ist auch, dass zuweilen selbst der Inhalt dieser Pantomimen an griechische Mythen gemahnt. So sah z. B. ein Reisender bei den Yoruba (an der Sklaven-

1) E. Reclus, Le primitif d'Australië S. 128.

2) Vgl. Meyer u. Parkinson, Schnitz. u. Mask. v. Bism.-Arch. u. NeuGuin. S. 6.

3) Meyer u. Parkinson, Schnitz. u. Mask. a. a. O.

4) Vgl. B. Hagen, Unter den Papuas in Deutsch N. Guinea. (1899) S. 271.

5) B. Spencer M. A. a. F. J. Gillen, The native tribes of Central Australia (1899) S. 212—386.

6) Leo Frobenius, Die Masken und Geheimbtinde Afrikas (1898) in Abh. d. Kais, Leop.-Carol. Deutsch. Akad. d. Naturforscli. Bd. LXXIV Nr. 1.

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