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milder Ruhe und löblicher Schweigsamkeit verrichtete ich einige Tage den heiligen Dienst aufs Eifrigste. Und nicht tauschte oder qiialte mich durch langwierigen Aufschub der machtigen Göttin heilbringendes Wohlwollen, sondern im Dunkel der Nacht gab sie mir durch keineswegs dunkle Bcfehle deutlich zu verstehen, gekommen sei der mir immer wünschenswerte Tag, an dem sie mich der Erfüllung des höchsten Wunsches teilhaftig machen wolle, bestimmte die Kosten, welche ich für die vorbereitenden Sühnopfer zu erlegen hatte, und übertrug ihrem Oberpriester, jenem Mithras selbst, der, wie sie sagte, durch eine gewisse göttliche Übereinstimmung der Gestirne mit mir verbunden sei, meine Einweihung.

Durch diese und die übrigen wohlwollenden Befehle der hehren Göttin im Herzen erquickt, schüttle ich, ehe es noch ganz heil geworden, die Ruhe ab, eile sogleich zur Behausung des Priesters hin und begrüsse ihn, als er eben aus seinem Schlafgemach herausgeht. Fester als je war ich entschlossen, von ihm die Bedienung, wie durch göttlichen Befehl mir verschuldet, zu fordern. Aber sobald er mich erblickte, kam er mir zuvor und rief: "O glücklicher, o seliger Lucius, den die erhabene Gottheit eines so ausnehmenden Wohlwollens würdigt! Und" — rief er aus — "was stehst du noch zögernd und versaumst dich selbst? Der Tag ist da, den du in anhaltenden Gebeten herbeigewünscht hast, an dem du, auf der vielnamigen Göttin Geheiss, durch diese meine Hande in ïhrer Heiligtümer frömmste Geheimnisse eingeführt werden solist." Hiermit legt der freundliche Alte sehie Rechte auf mich, führt mich stracks zu den Flügeltüren des geraumigen Tempels, verrichtete nach feierlichem Brauch das Amt der Eröfïfnung und holt nach Darbringung des Morgenopfers aus dem verborgenen Teile des Heiligtums einige in unverstandlichen Buchstaben geschriebenen Bücher hervor, welche teils in allerlei Tierfiguren kurzgefasste Satze

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