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die Beschwörung von Plotins Damon als Tatsache,') mag sie immerhin "nicht sehr erbaulich'2) scheinen, anzuerkennen. Etwas ganz anderes ist es natürlich urn die Erklarung dieser Tatsache, welche keineswegs so leicht ist als von geisterglaubiger und geisterleugnender Seite gemeinhin angenommen wird, sondern im Gegenteil, wie wir spater darzulegen haben, zu den schwierigsten Problemen wissenschaftlicher Forschung gehort.

Doch wir wollen zu unserm eigentlichen Gegenstande zurückkehren.

Es hat sich gezeigt, dass die agyptische Religion von Alters her einen magischen Charakter trug und dass ihre Priester sich in stets zunehmendem Masse der Zauberkünste befleissigten: jetzt gilt es zu zeigen, dass auch die Isismysterien der römischen Kaiserzeit ihrem Wesen nach Magie waren.

Zuerst sei hier Origenes, Wider Celsus III, 36 erwahnt, wo von den göttlichen Ehrenbezeigungen die Rede ist, welche, nach Celsus, dem Antinoos, jenem bekannten Lieblinge Hadrians, in nicht geringerem Masse als Jesus zu Teil geworden seien. Mit grösster Entriistung widersetzt sich nun der Apologet der blossen Idee, das der allerheiligste Christus auf eine Stufe mit dem allerschandlichsten Lustknaben gestellt werde. Selbst die allerargsten Feinde hatten nie auch nur den geringsten Verdacht gegen die Sittlichkeit Jesu ausgesprochen. Was aber jene dem Antinoos nach seinem Tode vom Kaiser erstatteten Ehrenbezeigungen betrafe, so seien diese nicht solchen Aufhebens wert: "Und wenn jemand mit Wahrheitsliebe und Unparteilichkeit die Geschichte des Antinoos untersucht, so wird er finden, dass Zauberkünste und Weihen der Agypter die Ursache sind, dass er, wie man meint, in Antinoopolis auch

1) Als solche gilt sie auch dem Proklos, nach Piotin dem grössten Neuplatoniker, in seinem ersten Kommentar zu Plat. Alkibiades, Ed. Creuzer S. 73.

J* Rickards Mozley u. d. W. Plotinus S. 420.

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