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Karien lag. Auch von Orakeln der Hekate ist, wenigstens in spateren Zeiten, die Rede.')

Es ist hier am Orte, nochmals auf einige Détails der Isisweihen im römischen Reiche zu verweisen. Auch dabei musste, wie aus Apuleius' Erzahlung (vgl. III) hervorgeht, der Weihekandidat ein zurückgezogenes Leben führen, Met. XI, 19 u. 21, sich zeitig der "ungeweihten und sündhaften Speisen" enthalten, 21, und, wenn er endlich durch ein Traumgesicht für der Aufnahme würdig erklart wurde, die zehn letzten Tage vor der Weihe "die Esslust einschranken, kein Tierfleisch essen und weinlos bleiben," 23. Geschlechtliche Enthaltsamkeit wird bei Apuleius, wie es übrigens nach XI, 15 (s. III, S. 45) nicht Wunder nehmen darf, als selbstverstandlich vorausgesetzt, von anderen jedoch ausdrücklich erwahnt.2) Die Reinigung wurde durch Waschung und Besprengung, Met. XI, 23, vielleicht auch durch Berauchern mit Schwefel, vgl. XI, 15, vollzogen; Linnenkleidung, XI, 23, war im Isiskulte überhaupt von grosser Wichtigkeit, Plutarch, Üb. Is. u. Os. 3 flg. Bei den Mysterienfesten zu Tithorea (Phokis) opferten, nach Pausanias X, 32, 16, die Wohlhabenden Rinder und Hirsche, die Armeren Ganse und Perlhühner; lezteres wird auch bei den Einzelweihen der Fall gewesen sein.3) Auch an Weihrauch4) und anderen Gewürzen fehlte es nicht, Plut. Üb. Is. u. Os. 79 flg. Dass die zur Nachtzeit vollzogene Weihe für Unberufene gefahrlich war, versichert Apuleius ausdriicklich, XI, 21, und Pausanias berichtet von schreckhaften Erscheinungen bei derselben, worüber wir uns spater verbreiten werden. Nach vollzogner Weihe wurde dem Mysten ein mit Tier-

1) Steuding u. d. W. Hekate in Rosch. L. d. M. I Sp. 1895.

2) Tibull, Eleg. I, 3, 26; Properz, Eleg. II, 33, 2, Ovid. Liebesged. III, 9, 34 11. s. w., vgl. Lafaye, Hist. cult. div. Al. S. 48 flg. u. 160 flg.

3) lm Isistempel zu Pompeji sind auf Opfer beziigliche Gegenstande gefunden worden, Mau, Pompeji S. 166.

4) Mau, Pompeji S. 164.

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