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der Giltigkeit der telepathischen Hypothese haben sie hauptsachlich durch Anwendung der Wahrscheinlichkeitsrechnung zu erbringen versucht. Da nl. der Tod ein in diesem Leben einzig dastehendes Ereignis ist, so haben sie bei den diesbezüglichen Traumeindriicken (I S. 305—310) und Wachhalluzinationen (II, S. 1 —28) eingehend berechnet, ob in diesen Fallen die zeitliche Übereinstimmung dem Zufall oder einer "telepathischen" Übertragung zuzuschreiben sei und letzteres für das bei weitem Wahrscheinlichere erklart.

Diese auch nach Gurneys Tode mit gleichem Eifer und gleicher Methode fortgesetzten Bestrebungen') sind am wissenschaftlichsten von E. Parish bekampft worden, vorzüglich in seiner Schrift "Zur Kritik des telepathischen Beweismaterials" (1897),2) worin er 1) vermutet, dass es sich bei den in Rede stehenden Fallen haufig um eine Erinnerungstauschung, eine "retroaktive" Halluzination handle, S. 17 flg.; 2) in Frage stellt, ob dasjenige, was einer solchen Trugwahrnehmung gerade eine Beziehung auf den gleichzeitigen Todesfall zu geben scheint, nicht erst nachtraglich durch "Erinnerungs-Adaptation" hineingetragen werde, S. 18—23; 3) Traumerscheinungen und Wachhalluzinationen für tatsachlich identisch erklart und bezweifelt, ob bei dieser Annahme die Todescoinzidenzen im Verhaltnis zur Zahl der wirklich stattfindenden Traume das Wahrscheinlichkeitsresultat übersteigen werden, S. 23—39; 4) behauptet, dass man die Gedankenverbindungen nicht berücksichtigt hatte, welche in irgend einer Weise zu der Halluzination geführt

1) Es wurde eine "Internationale Enquête über Wachhalluzinationen bei Gesunden" veranstaltet, worüber zu vergl. der "Report on the Census of Halluc.", in Proc. Soc. Ps. Rs. Vol. X, (1894), S. 25—422. Nach Ansicht der englischen Gelehrten ist hierdurch das Ergebnis von Gurneys Forschungen auf diesem Gebiete bestatigt worden.

2) Sie fusst auf die Resultate jener "Internationalen Enquête", wie dies auch mit seinem Werke "Über die Trugwahrnehmung" (1894) S. 190—209 der Fall war. Die "Phant. o. t. Ut." erwahnt er in "Üb. d. Trugw." nur gelegentlich, S. 191, 193 Anm. 1) u. 208 Anm. 1), in "Zur Krit." gar nicht.

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