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letzungen nichts zu sehen sein'). Die Aïssaua und Djilala in Marokko und Algerien geben, gleichfalls in der Ekstase, indem sie auf glühende Kohlen treten oder dieselben verschlingen, Proben ihrer Schmerzlosigkeit2).

Aber nicht nur bei den islamitischen, sondern auch bei anderen Vólkern ist der Glaube an die Widerstandsfahigkeit des Menschen gegen das Feuer weit verbreitet.

Schon in alten Zeiten kannten die Indiër die Feuerprobe, und die Yoga-Disziplin lehrt, wie man durch Umbeugung der Zunge (mudra Khecarï) den Körper feuerfest zu machen vermag1). Und noch bis in die letzten Jahrhunderte wurden bei den Malabaren vervvickelte Rechtsfalle durch das Urteil des siedenden Öles entschieden4).

Bei den Chinesen finden noch jetzt religiöse Handlungen statt, welche Feuerfestigkeit erfordern und woran sich zumal buddhistische Priester beteiligen; eine ausführliche Schilderung davon werden wir im weiteren Verlaufe dieses Hauptstückes anführen.

Die Feuerfestigkeit gilt gleichfalls für eine Eigenschaft der Schamanen. Wenn bei den Tungusen der angehende Schamane in Zuckungen gerat, so verschluckt er angeblich selbst glühende Eisenstücke ohne verletzt zu werden5). So erzahlt auch G mei in Reis. d. Sib. III, S. 72 von einem Zauberer: "Er wusch sich mit Feuer und lief auch auf dem Feuer mit blossen Füssen herum."

Bemerkenswertes bieten auch in dieser Hinsicht die Weihen der Australiër. Bei den nachtlichen Knabenweihen der Euahlayi reiben sich die Mystagogen mit Kohlen ein und

1) J. P. Brown, The derv. S. 222.

2) Vgl. Quedenfeldt, Abergl. u. halbrelig. Brüdersch. b. d. Marokkanern, in Zeitsch. f. Ethn. XVIII (1886) S. (687) flgg. und ten Ka te XIX (1887) S. (374).

3) Gherand,III, 25—29, bei R. Schmidt, Fak. u. Fakirt. S. 198.

4) Vgl. u. a. J. Canter Visscher, Malabaarse brieven (1743) S. 313.

5) Ra dl o ff, Das Schamanent. S. 17 u. 56.

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