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Mönch, der Einsiedler, der Einsame, spielt eben in dieser die Gesellschaft und ihr Kleid meidenden Haltung eine Rolle. Auch er ist nicht nackte, sondern verkörperte Existenz, die aus dem objektiven Sinn, den sie verkörpert, den Masstab, den Anspruch, den Entwurf ihres Daseins gewinnt. Auch er figuriert.

Masstab, Anspruch, Entwurf übernimmt der Mensch aus lebendiger Ueberlieferung. Er hat sie sich nur anzueignen. Dies ist das Werk der Erziehung und der fortwahrenden Kontrolle der Gesellschaft. Rebelliert er gegen sie und wird eine Gesellschaft vom Geist eines Erneuerungswillens ergriffen, dann geht es um neue Masstabe, Ansprüche, Entwürfe. Sie werden nicht an einen schon fertigen Menschen angelegt, von ihm erhoben und durchgeführt. Eine derart nackte Existenz ist nur der halbe Mensch. Er muss sich in ihnen und mit ihnen verkörpern. Die Heideggersche Formel eines Seins, dem es in seinem Sein um sein Sein geht, trifft die menschliche Struktur als das Verhaltnis, das sie nicht einfach ist, wie die alten ontologischen Modelle von Körper und Denken, von Körper, Seele und Geist, Derivate einer an zu viel überlebten Begriffen hangenden Metaphysik, suggerieren, sondern zu sich hat. Nur wird dem Terminus Sein in diesen Zusammenhangen allein abwehrende Bedeutung zugesprochen werden dürfen: dass es sich namlich bei diesem In ihm um ihn Gehen nicht um etwas handelt, das „im Bewusstsein" seine Statte hat.

Von der schauspielerischen Aktion her verstehen wir menschliches Leben schliesslich als Verkörperung einer Rolle nach einem mehr oder weniger feststehenden Bildentwurft der in reprasentativen Lagen bewusst durchgehalten werden muss. Nicht jeder wird das Zeug dazu in sich fühlen, nicht immer sind derartige Qualitaten am Platze. Doch gehören sie zweifellos zu den Bedingungen menschlicher Existenz. Sie weisen namlich zugleich auf jenen anderen Aspekt ihrer Abstandigkeit zu sich, der von sozialem Rang und sozialer Funktion weitgehend unabhangig ist, den Aspekt der Nachahmung und Verstellung. Man bringt ihn zu Unrecht mit Tücke und Hinterhaltigkeit, mit Falschheit und Unechtheit in einen notwendigen Zusammenhang. Mauvaise foi kann Anlass zur Verstellung sein und

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