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De Nederlandsch-Duitsche Kultuurgemeenschap = Die Niederländisch-Deutsche Kulturgemeinschaft; orgaan der Nederlandsch-Duitsche Kultuurgemeenschap, 1943, 1943

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HERMANN ERIS BUSSE

Ein Dichter deutscher Landschaft und deutschen Volkstums

HERMANN ERIS BUSSE hat sich jahrelang um die „Sage vom Oberrhein” bemüht, sie ist in seinem neuen grossen Werk, dem Roman „Der Erdgeist” *) (1939), Wirkliehkeit gewonden. Landschaftlieher Sehauplatz ist der Hegau zwi< schen Rhein und Bodensee, es ist zwar nur ein Ausschnitt aus der Landschaft am Oberrhein, aber das Sehicksalsaeflecht der in dieser Dichtung mit ihren sieben Büehern zu je sieben Abschnitten handelnd auftretendenMensehen unddiegeschichts lichen Bilder, die der Dichter da und dort aufleuehs ten lasst, zeigen unmittelbar das Wesen dieser alemannischcn Landschaft in ihrer Ganzheit.

Aus allen Kreisen des Volkes treten in diesem Buch die Menschen vor uns hin: Bauern, die zah um ihren Boden ringen. Handwerker, die voll ge* sunden Selbst-bewusstseins ihre Arbeit tun mit einem stolzen Empfinden von der ihr innewohnen* den Würde, und Angehörige geistiger Berufe, die dem gleichen Volksboden entstammen, und die die anderen Möghchkeiten der in dieser Landschaft vorhandenen Volkskraft erkennen lassen in dem, was sie tim und sind.

Gerade in der diehterisehen Art, mit der Busse Sage und Wirkliehkeit, Vergangenheit und Gegen* wart ineinanderschlingt, um das Zeitlose gegen* wartig zu maehen und das Gegenwartige ins Zeit* lose zu erheben, ist diese Sage vom Oberrhein als Dichtung einer Landschaft hervorragend gelungen und krönt das bisherige Schaffen Hermann Fris Busses.

Blieken wird zurück in die Anfange seiner sehriftstellerischen Arbeit, so zeigt uns Busse in seinem 1927 erschienenen Bueh ~Peter Brunn* kannt” die eigentümliehe Verbindung zwisehen seeliseher Haltung. Persönlichkeitsbekenntnis und Hingabe an die Urkrafte von Landschaft und Volkstum. die seine Gestalten pragt. Das Thema des künstlerisehen Menschen wird in dem spate* ren Roman „Fegfeuer” (1936) mit kriiftigen Ak* korden wieder aufgenommen, es handelt sich um einen Künstler, weleher dureh sehweres Leid hin* dureh muss, um die Erfüllung seines Wesens in der Kunst zu finden.

Mit unbekümmerter Frisehe fabuliert der Dieh* ter dann die seltsame Mar von der aus dem Kloster entlaufenen Norne Angela in dem Roman: „Die kleine Frau Welt” (1928). lm Roman: „Tulipan und die Frauen” (1927) treibt Angela ihr Wesen, aber als würdige Matrone, die vom Leben nicht mehr viel erwartet. Beide Büeher sind als Vorspiel an* zuspreehen, denn erst in der grossen Sehwarzwald* Trilogie „Bauernadel”**), hat Busse sich in seiner eigentliehen Aufgabe gefunden. War es dort die Landschaft, manehmal nur noch Rahmen, so ist sie hier zum Sehieksalselement selbst geworden.

Es ist die Geschiehte eines sehwarzwaldisehen Bauerngesehleehts dureh drei Generationen hin* dureh, von der zweiten Halfte des 19. Jahrhunderts

bis in die Gegenwart führend. Mit einer uners schöpflichen Gestaltungsgabe zeiehnet Busse den Wandel des Lebens auf den Höhen naeh, um deren Erhaltung ein harter Kampf geht, da aus der Art und den Sehieksalen der auf ihnen lebenden Mens schen oft Verhangnis über sie zu kommen droht. In seinem Roman „Hans Fram Das deutsche Gesicht” (1932) dürfen wir wohl ein Stück eigener Lebensgeschiehte des Dichters schen, mit leidens sehaftlichem Willen zur Lösung brennender Fragen des Lebens, der Kunst und der Kultur, hineinges stellt mitten in die bewegtesten Auseinandersets zungen innerhalb des deutschen Lebensbereiches. „Ich will das ewige Lied der Landschaft singen, in der wir Deutschen leben”, ruft der Dichter dureh seine Hauptgestalt hier aus, und ..ieh trank das Land und all sein Wesen in vollen Zügen, ieh gab mieh ihm hin, als wollte ich es nie mehr lassen. Genesung wurde mir Erfahrung”.

Es sind zwei Pole, zwisehen denen das dichteri* sehe Schaffen Hermann Fris Busses schwingt, ein tiefes, fast grüblerisehes Siehversenken in die Ur* gründe des Lebens, und eine kindlich zupaekende Aufgesehlossenheit der Welt gegenüber mit allem, was sie zu bieten hat.

In seinem Roman „Die Leute von Burgstetten”, weleher am starksten die Zeitstimmung von 1933 schildert, setzt sich der Dichter mit der System* zeit auseinander; wahrend er im „Tautriiger” (1938) die Geschiehte eines Dorfes seiner Heimat in der Zeit naeh dem Kriege aufzeichnet, wo sich die Menschen in der Dorfgemeinsehaft aus Not und Elend dieser Zeit emporringen zu einem neuen Lebensbekenntnis, das sich naeh der Wende des Jahres 1933 erfüllt.

Dem Dichter wurde für seine hervorragenden Arbeiten im Jahre 1939 der Johann Peter Hebei* Preis verliehen, und im Jahre 1930 wurde ihm für seine Trilogie „Bauernadel” der Carl Schünemann* Preis zuerkannt.

Neben seiner diehterisehen Arbeit, steht Her* mann Fris Busse seit 1922 führend in der badisehen Heimat* und Volkstumsforschung als Vorsitzender des Landesvereins „Badische Heimat”, deren Jahr* büeher und Zeitschriften er herausgibt. Sein be* sonderes Lebenswerk gilt der Erforschung „Hans J. Christoffel Grimmelhausen”, einem der gröss* ten deutschen Dichter des Baroekzeitalters. Er ist dureh diese Forsehungsarbeit weit über die Gren* zen Deutschlands hinaus bekannt geworden; neben seinem eigenen diehterisehen Werk, welehes er in den Niederlanden 1941 und im Frühjahr dieses Jahres zahlreiehen Niederlandern persönlieh ver* mitteln konnte. Heinrich Lohse

Heinrich Lohse

') Niederl. Uebertragung: „De vreemde vriend". Band lu. 2 „Der Erdgeist”

**) Niederl. Uebertragung: „De Hoeve in het zonnige Dal”, Band 1 u. 2 (Bauernadel)