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zwisohen kurzen und langen Vokalen, diese gleichsam weniger volkommene Bildung der ersteren, ist teils akustisck, indem dié-kurzen Yokale weniger deutlich zur Wahrnehrnung kommen, teils wohl auch artikulatorisch, indem die Spraohorgane wahrend der kürzeren Dauer so zu sagen keine Zeit haben, die vollkommnere Stellung einzunehmen.

80. Wenn wir die deutschen Vokale mit den entsprechenden niederlandischen vergleichen, mussen wir zunachst einen allgemeinen. auch für die Konsonanten geitenden Artikulationsuuterschied in den beiden Sprachen hervorlieben.

Das Niederlandische unterscheidet s i c h (ebensowie das Englische und in geradem Gegensatz zu dem Franzüsischen) von dem Deutschen d ur ch e i n e trage, s c li 1 a ff e. unbestimmtere Artikulation.

Die Zunge liegt etwas tiefer und bewegt sicli langsamer, die Anspannung der Zungenmuskeln ist geringer. Der deutschlernende Niederlander sei nicht zufrieden, bevor er beim Deutschsprechen die Bewegung der Zunge wirklich fiihlt. Bei den mit der Vorderzunge bezw. der Zungenspitze artikulierten Lauten liegt die Zunge im Niederlandischen etwas mehrzurück.

81. Auf dieser schlafferen Artikulation beruht nun zunachst die Erscheinung. dass die Vokale, namentlich eo: und </>: im Niederlandischen eine grössere Neigung zum Unreinwerden zeigen als im Deutschen. Die Zunge nirnmt verhaltnismassig langsam die Artikulationsstellung ein und vervollstandigt sie noch mehr oder weniger wahrend der Dauer des Vokals. bewegt sich also hinauf. Besonders in der Provinz Holland hort man diese Vokale selten ganz rein. Auch in Deutsch-

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