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Vrouw en gemeenschap; maandblad van de Nederlandsche Vereeniging voor Vrouwenbelangen en Gelijk Staatsburgerschap, jrg 4, 1933-1934, no 2, 15-07-1933

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drei, vier Kinder da sind und Rückzahlung des Ehestandsarlehens mit 10 Mk. monatlich erfolgen muss. Ist das nicht ein Paradies auf Erden?

Verhaltnismassig spat ging man an die Gleichschaltung der Frauenorganisationen. Der Reichskanzler Adolf Hitier beauftragte Fraulein Lydia Gottschewski, alle deutschen Frauenorganisationen in der deutschen Frauenfront zusammenzuschliessen, gleichzuschalten. „Die Vertreterinnen der Frauenorganisationen kommen zu uns," so diktiert das Fraulein mit dem urteutschen Namen Lydia Gottscbewski „und unterschreiben folgenden Revers: „Als verantwortliche Leiterin des Bundes X. erklare ich für mich und den mir unterstellten Bund, dass ich mich dem Führer der nationalsozialistischen deutschen Arbeiterpartei, Adolf Hitier, ,bedingungslos unterstelle'; damit ist der Eintritt in die Frauenfront vollzogen, dann veranlassen wir die uns angeschlossenen Verbande die Gleichschaltung der Vorstande durchzufiihren. Nicht-arische Vorstandsmitglieder werden ersetzt, die Vorstandsposten müssen durch Nationalsozialistinnen oder andere Frauen mit einwandfreier nationaler Gesinnung besetzt werden."

Aber mit der Gleichschaltung der Frauen scheint es doch nicht so einfach zu sein. Der Bund deutscher Frauenvereine, der Allgemeine deutsche Lehrerinnenverein, die Akademie für soziale und padagogische Frauenarbeit, u.a.m. losten sich auf, lie&sen sich nicht gleichschalten, trotzdem die nationalsozialistischen Frauen nichts unversucht liessen, um die Auflösung zu verhindern.

Die „Frauenfront" will sich an dem allgemeinen Luftschutz beteiligen, junge Madchen für Ehe und Mutterberuf vorbereiten, neue Begriffe von Charitas und Wohlfahrt schaffen. Das Program hat weder etwas mit Frauenbewegung noch mit Politik zu tun. Es schliesst mit den phrasenhaften Worten: „Wir deutschen Frauen haben uns mit eingegliedert in den Kampf der Nation um Sein oder Nichtsein. Wir stellen das Volk in den Vordergrund und suchen den Dienst, nicht die Rechte." Die Leitung der Frauenfront liegt im Grossen und Kleinen Frauenkapittel, Gewahlt und abgestimmt wird nicht. Adolf Hitier hat Fraulein Gottschewski eingesetzt, sie wird endgültige Entscheidungen treffen, in vier Wochen wird die erste feierliche Sitzung des „Grossen Frauenkapitels" stattfinden. Im Zeitungsdienst erklart Fraulein Gottschewski: „Wie die nationale Revolution aufgeraumt hat mit den Trümmern des Liberalismus, so wird die Deutsche Frauenfront die alte Frauenbewegung liquidieren."

Wird sie das wirklich? Uns scheint gegen solchen Unsinn werden bereits Stimmen im eigenen Lager laut. So führt Sophie Rogge-Börner in in der Zeitschrift „Die deutsche Kampferin" den führenden Mannern des dritten Reiches vor Augen: „dass der Staat nicht noch einmal wieder als Staat des Mannes geordnet werden darf, sondern als Lebensraum des ganzen deutschen Menschen, der aus Mann und Frau besteht, eingerichtet werden muss. Ihren Ausführungen setzt sie als Motto die Worte voraus: „Die Asen eilten alle zum Ding und die Asinnen alle zum Rat." Auch Gertrud Kühn schreibt in der „deutschen Kampferin":

„Die deutsche Frau muss fordern, dass ihr keine Arbeit verschlossen bleibt, „zu der sie sich berufen fühlt. Woher nimmt der Mann das Recht ihr Schlaf„fen nach seiner Willkür zu beschranken? Ist die Frau nicht Skiave, sondern „freigeborener Mensch, so kann sie nur nach ihrem Gewissen entscheiden, wie „sie ihrem Volke dienen will. Es kann natürlich der Fall eintreten, dass sie sich „über das Ausmass ihrer Begabung irrt, aber hat nicht auch schon mancher „Mann in seinem Beruf versagt?"

Wer behauptet, die deutsche Frauenfront wird die alte Frauenbewegung